Gefahr im grünen Gras: Was Sie über Zecken wissen müssen

Längere Vegetationszeiten, milde Winter und neue Zeckenarten, vorwiegend aus Südeuropa, lassen das Kontakt- und damit Infektionsrisiko auch im Wald ansteigen. Hier helfen Förstertipps

Gerade die Sommerzeit ist Zeckenzeit. Und damit wächst leider auch die Wahrscheinlichkeit etwa bei Waldbesuchen mit Zecken in Kontakt zu kommen. Diese können für den Menschen insgesamt 60, teils gefährliche Krankheiten übertragen. Statistisch erleiden jährlich im Freistaat 300 bis 450 Personen eine Borreliose, ein knappes Dutzend die gefährlichere Hirnhautentzündung (FSME). Während bakterielle Borreliosefälle landesweit auftreten, gelten für die virusinfektiöse FSME Risikogebiete. Insbesondere in Süd- und Ostthüringen steigt hier die Infektionswahrscheinlichkeit. Durch die Berücksichtigung weniger Hinweise lassen sich Erkrankungsrisiken aber deutlich minimieren.

Wichtig für den Waldbesuch: Waldwege nicht verlassen, Wiesenquerungen bei hohem Graswuchs meiden, ebenso Lichtungen, Gebüsche, Unterholz, Bach- und Flussläufe. Die Zecken sitzen dort gern auf besonnten Gräsern und Zweigen vorwiegend in 30-60 cm Höhe und lassen sich von einem Wirtstier oder eben auch dem Menschen im Vorbeigehen abstreifen. Ihr Opfer erkennt die Zecke am Schweißgeruch. Deshalb umgehend nach einem Waldbesuch den Körper nach möglichem Zeckenbefall kontrollieren, insbesondere Kniekehlen, Leistenbereich und Nacken, bei Kindern den ganzen Körper. Das Tragen heller, geschlossener Kleidung einschließlich Schuhwerk hilft, die dunkel gefärbten Zecken frühzeitig zu erkennen bzw. abzuwehren. Das Tragen der Socken über der Hose ist ebenfalls ein probates Mittel, um der Zecke den Weg vom Kleidungsstück zur Haut zu verwehren. Sprays oder Cremes zum Schutz vor Zecken helfen ebenso. Sie sollten spätestens nach drei Stunden neu aufgetragen werden, um einen hohen Schutz zu gewährleisten. Zur Entfernung in der Haut eingestochener Zecken sollte eine Zeckenzange verwendet werden.

Text: ThüringenForst; Foto: Andreas Knoll