Der Mensch schützt seine Haut mit Kleidung oder Creme, Tieren hilft ein Fell vor den Sonnenstrahlen. Bei Bäumen verhindert die Rinde einen Sonnenbrand – wenn sie denn dick genug ist
Erfurt (hs): Auch wenn es unglaublich klingt, unseren wichtigsten Baumarten in Thüringen kann auch diesen Sommer ein Sonnenbrand drohen. Schon vergleichsweise geringe Hochsommertemperaturen können über den Tag hinweg die Holztemperatur unter einer durchschnittlich dicken Rinde auf 45° C ansteigen lassen. Bei dünnrindigen Bäumen werden sogar bis zu 50° C erreicht. Das kann ein flächiges Absterben von Stammteilen zur Folge haben.
„Ausgerechnet die beiden häufigsten Baumarten in Thüringen, die Fichte und die Buche, sind durch ihre vergleichsweise dünne Rinde durch Sonnenbrand besonders gefährdet“, erläutert Corinna Geißler, ThüringenForst-Vorstand. Kritisch ist dies, wenn bisher beschattete Bäume durch Sturmwurf oder Borkenkäferbefall plötzlich schutzlos freigestellt werden. Dann sind thermische Rindenschäden, einem schweren Sonnenbrand auf der Haut vergleichbar, fast unvermeidlich. Und oft folgt dann eine Pilzfäule, die den Baum über kurz oder lang umstürzen lässt. Neben der Tageshöchsttemperatur ist Trockenheit und die Ausrichtung der ungeschützten Stammfläche nach Süden oder Südwesten -der Mittagsseite- ein kritischer Faktor.
Lichtbedürftige Pionierbaumarten wie etwa die Birke benötigen hingegen keine Beschattung: Sie verfügt über eine weißlich-silbrige Rinde und hat die „Sonnenschutzcreme“ gleichsam eingebaut. Übrigens: Der Name Birke ist indogermanischen Ursprungs und bedeutet so viel wie glänzend-weiß.
Text, Foto: ThüringenForst Zentrale

