Unter schattenspendenden Bäumen ist der Waldbesucher ähnlich hoher ultravioletter (UV) Strahlung wie im Freiland ausgesetzt. Das Hautkrebsrisiko sinkt im Wald nur um ein Fünftel
Erfurt (hs): Durch den fortschreitenden Klimawandel gibt es immer mehr heiße und wolkenfreie Tage. Die Zahl der Sonnenstunden steigt. Und damit steigt das Hautkrebsrisiko. Ursächlich ist der für das Auge des Menschen nicht sichtbare Teil des Sonnenlichts, die solare UV-Strahlung. Ein Teil dieser UV-Strahlung, die sog. UV-A-Strahlung, dringt an wolkenfreien Sommertagen weitgehend ungehindert auf die Erde. Wer sich dieser Strahlung ungeschützt aussetzt, riskiert an Hautkrebs zu erkranken, was jedes Jahr bei rund 300.000 Menschen allein in Deutschland der Fall ist. Wer denkt, mit einem schattigen Waldspaziergang dieser Gefährdung zu entgehen, der irrt: Die Kronen der Waldbäume können nur rund 20 % der UV-Strahlung filtern.
„Die UV-Strahlung ist zwischen 11 und 15 Uhr am höchsten und am gefährlichsten. Mittägliche Waldspaziergänge im Sommer sollten deshalb vorbereitet werden“, rät Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Helle Langarmhemden und Beinkleider mit UV-Stoffzertifikat helfen im Wald nicht nur, um Zecken frühzeitig zu entdecken, sondern auch, um sich vor UV-Strahlung zu schützen. Aber auch an die Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sollte gedacht werden. Ganz wichtig, gerade im Freistaat: Die UV-Strahlungsintensität verstärkt sich mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel. Pro 1.000 Höhenmeter steigt diese um etwa 15 %. Wer also an extrem heißen Sommertagen vor der Hitze in die Kammlagen des Thüringer Waldes flüchtet, sollte sich vor der dort höheren UV-Strahlung umso besser schützen. Wer gar alpine Regionen aufsucht, sollte besonders vorsichtig sein: Schneefelder reflektieren UV-Strahlung bis zu 80 %. Übrigens: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht den aktuellen UV-Index, der kostenfrei unter www.uv-index.de abgerufen werden kann. Der Index beschreibt in elf Warnstufen, welche Maßnahmen zum UV-Schutz ergriffen werden sollten.
Text: ThüringenForst; Foto: Horst Sproßmann

