Denkalgeschützte Dorfkirche Herpf in Meiningen
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt auch in diesem Jahr die Dorfkirche St. Johannis in Meiningen-Herpf. Dank ihrer treuhänderischen Liselotte Lies und Otto Roosen-Stiftung fördert sie mit 10.000 Euro die Sicherung von Putz und Wandmalereien. Die Dorfkirche in Herpf gehört seit einem Vierteljahrhundert zu den heute über 590 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Thüringen gefördert hat.
Zum Objekt:
St. Johannis mit rechteckigem Schiff und mächtigem, fast quadratischem, leicht in das Schiff eingebautem Chorturm entstand zwischen 1611 und 1620. Der Turm mit Eckquaderungen und barocker Schweifhaube stammt weitgehend bereits aus dem 12./13. Jahrhundert. Vermutlich wurde Ende des 15. Jahrhunderts eine landesherrliche Burg in eine wehrhafte Kirchenanlage umgebaut. Aus der Zeit der Kirchenburg stammen noch Reste der äußeren Mauer mit Teilen von Schalentürmen, Zwinger und Graben sowie vier Gaden mit einigen erhaltenen Kellern.


Im Inneren wird der Kirchensaal von einer bemalten Holztonne mit acht Kartuschenfeldern überspannt, sie zeigen vier Propheten und die vier Evangelisten. Die an drei Seiten umlaufenden Doppelemporen und die Kanzel stammen aus der Entstehungszeit zwischen 1611 und 1620. Die Brüstungsfelder der unteren Emporen zeigen gemalte Szenen aus dem Leben Christi und wurden 1772/1773 gemalt. Damals entstanden auch die reich figurierte und ornamentierte Altarwand sowie die Orgelempore und die Chorschranken. Die Balkenköpfe
der unteren Emporen und die Konsolen der Gurtbögen werden durch sogenannte Schwedenköpfe, geschnitzte Männer- und Frauenbüsten in Renaissancetracht, geschmückt.
Text: Deutsche Stiftung Denkmalschutz; Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Zimel u.a.


