Bei Eichen zu weichen und Buchen zu suchen ist keine gute Empfehlung. Wenige, aber richtige Tipps können Leben retten
Die ersten Hitzegewitter des Jahres lassen nicht mehr lange auf sich warten. Erholungssuchende, Waldsportaktive und Naturmenschen werden oft genug von diesen gefährlichen Witterungserscheinungen ausgerechnet beim Waldbesuch überrascht. Zwischen 5000 und 8000 Mal blitzt es im Freistaat jährlich – heißfeuchte Sommer verstärken die Blitzquote. Rund 200.000 Volt und mehrere 10.000 Ampere stark, sowie rund 30.000° Celsius heiß sind Gewitterblitze, die Jahr für Jahr in Deutschland zwischen 50 und 150 Opfer fordern. Der Volksmund empfiehlt bei Gewittern im Wald bei „Eichen zu weichen“ und dafür „Buchen zu suchen“. Tatsache ist dagegen: Die dicke, oft mit Moosen überzogene Borke von Kiefern und Eichen saugen das Wasser wie ein Schwamm auf. Damit leiten sie den auftreffenden Blitz im Rindenkörper perfekt ab. Blitzschäden werden besonders offensichtlich. An der glatten Rinde der Buchen, Eschen oder Erlen läuft das Regenwasser dagegen fast ungehindert ab, sichtbare Blitzschäden sind seltener. Forstleute empfehlen, keinesfalls unter Einzelbäumen oder auch Waldhütten Schutz zu erhoffen, sondern in der Hocke sitzend in trockenen Gräben oder Böschungen den oft nur viertelstündigen Gewitterschwerpunkt zu überstehen – und keinesfalls einen Regenschirm mit Metallrippen aufzuspannen. Vollkommen sicher ist man im Innenraum von Fahrzeugen, keinesfalls aber unter einem Fahrzeug. Auch trockene Höhlen bieten Schutz. Jedes zehnte Blitzopfer stirbt an den Folgen des Stromschlages. Rund ein Drittel der Überlebenden muss mit lebenslangen Schäden rechnen. Hilfreich ist es, vor längeren Waldwanderungen unbedingt den Wetterbericht zu prüfen. Eine App auf dem Mobiltelefon, besser eine gute Wanderkarte -sie kennt kein Funkloch-, gibt im Fall der Fälle Hinweise auf rettende Berghütten mit Blitzschutzanlage.
Text: ThüringenForst; Foto: Horst Sproßmann


