Wildschwein, Reh, Eichhörnchen, Fuchs & Co. haben pfiffige Strategien um hohe Tagestemperaturen unbeschadet zu überstehen
Erfurt (hs): Unsereins kann sich der gegenwärtigen Sommerhitze durch Klimaanlage, Ventilator oder Schwimmbadbesuch erwehren. Aber wie überstehen die Wildtiere im Wald die schweißtreibenden Tage? Leiden die Tiere in Wald und Flur unter den hochsommerlichen Temperaturen? „Jein“ sagen die Forstexperten der Landesforstanstalt. Während Pferde, wie der Mensch auch, bei Bewegung in der Hitze kräftig schwitzen, haben Wildschwein, Reh, Eichhörnchen, Fuchs & Co. coole Strategien, um mit sommerlichen Temperaturspitzen fertig zu werden.
Wildtiere „schwitzen“ nicht oder kaum
Die meisten Waldtiere schwitzen bei der Bewegung nicht oder kaum– viele wilde Gesellen haben wenig oder gar keine Schweißdrüsen. Wie der Haushund oder die Hauskatze hecheln sie und verdampfen dabei Speichel, um den Körper zu kühlen. Feldhasen benutzen als Klimaanlage ihre langen, wenig behaarten Löffel: Bei großer Hitze werden diese intensiv durchblutet und geben so überflüssige Körperwärme ab. „Nahezu alle Wildtiere reduzieren an heißen Sommertagen ihren Bewegungsdrang und nehmen speziell in den Mittagsstunden eine Siesta“ erläutert Corinna Geißler, ThüringenForst-Vorstand. Erst in den kühleren Abendstunden wird das Wild wieder aktiver. Wildschwein und Rotwild suchen gerne ein kühlendes Bad in sumpfigen Tümpeln oder in Waldbächen. Eichhörnchen klettern auf die höchsten Bäume und genießen den Wind in der „luftigsten“ Etage des Waldes. Dachse, Füchse und Kaninchen verstecken sich in ihren unterirdischen, kühlen Bauten. Auch die Vögel finden in schattigen Bäumen Zeit für eine erfrischende Flugpause.
Waldbesucher sollten Rücksicht nehmen
Waldbesucher sollten die pfiffigen Anti-Stress-Strategien der Wildtiere berücksichtigen: Waldweiher und –seen dienen nicht nur den Jüngsten in der Wanderfamilie als erfrischend-kühlendes Nass, sondern auch Tieren als willkommene Tränke. Lautes Geschrei ist hier, wie auch im gesamten Wald, fehl am Platz. Auch sollte die Walderholung auf das Begehen der Forstwege begrenzt sein. Wer Waldbestände zwischen Forstwegen quert, sorgt für Unruhe und Stress bei den Wildtieren. Hunde sind im Wald -aus gleichem Grund- an der Leine zu führen. Sonst geht die Anti-Stress-Strategie einiger Wildtiere nicht auf.
Text: ThüringenForst Zentrale; Foto: Andreas Knall


