Buchdrucker mit mehreren schwachen Angriffswellen

Die Buchdrucker-Aktivitäten zeigen sich bisher verhalten. Auch die bisherigen Borkenkäfer-Schadholzmengen bleiben überschaubar. Forstexperten mahnen trotzdem zur Vorsicht – die Bedingungen für den Borkenkäfer sind derzeit gut

Der Buchdrucker flog erneut seit Ende Juni/Anfang Juli und befiel weitere von Trockenheit geschwächte Fichten. Dort versucht er sich weiter zu vermehren. Die Fangzahlen in den Monitoringfallen der Landesforstanstalt zeigen allerdings, trotz Anstieg, ein relativ schwaches Niveau im Vergleich zu den Vorjahren. Ebenso ist der diesjährige durch den Buchdrucker verursachte Fichten-Schadholzanfall erfreulich gering. Als Ursache sehen die Forstexperten der Landesforstanstalt, neben der Zunahme der natürlichen Gegenspieler wie Insekten, Parasiten aber auch Spechte, das erfolgreiche Borkenkäfermanagement der Waldbesitzer der letzten Jahre, sowie eine günstige diesjährige Frühjahrswitterung.

Gleichzeitig mahnen die Forstexperten die Waldbesitzer zur Vorsicht. Der Sommer kann trockenheiß bleiben und lange andauern. Dies schwächt die trockenheitssensible Fichte und macht sie erneut zu einem leichten Opfer für den Buchdrucker. Am bisherigen konsequenten Borkenkäfermanagement müssen die Waldbesitzer deshalb weiter festhalten. Eingeschlagenes Schadholz und frische Fichtenholzpolter müssen schnell abgefahren werden. Im Frühsommer sanierte Käfernester sind jetzt auf erneuten frischen Befall zu kontrollieren. Ein klares Bild der Gefahrenlage zeigt der Blick unter die Rinde: frische Einbohrlöcher am Stamm oder schon Eier, Larven, Puppen oder Jungkäfer unter der Rinde sind Alarmsignale und erfordern ein rasches eingreifen. Ist der Borkenkäfer schon ausgeflogen, stellt der Baum keine Waldschutzgefahr mehr dar. Er erleidet allerdings eine fortlaufende technische und damit finanzielle Entwertung. Diese kann der Waldbesitzer nur durch eine schnelle Ernte und den Verkauf mindern.

Text, Foto: ThüringenForst