Mehr Zusammenarbeit für die Gesundheitsversorgung in Südthüringen

MEDINOS Kliniken Sonneberg und SRH Zentralklinikum Suhl fordern bessere Rahmenbedingungen:

Nicht mehr nur vor der Tür, sondern schon mitten im Türrahmen steht die große Gesundheitsreform des Bundes. Durch die politisch geplante Zuteilung von Leistungsgruppen sollen Kliniken ab 2027 noch bessere Qualität für Patienten bieten. Für die gute Versorgung in der Fläche werden Kooperationen untereinander angestrebt. Um die Landespolitik bei diesem Vorhaben zu unterstützen, haben die MEDINOS Kliniken in Sonneberg und das SRH Zentralklinikum Suhl schon heute Kooperationsvereinbarungen zu verschiedenen Eingriffen geschlossen.


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„Das System, wie Krankenhaus funktioniert, steht gerade vor einem Neustart“, erklärt der Sonneberger Klinik-Geschäftsführer René Klinger. Der Betriebswirt kennt sich aus: Legte der Freistaat Thüringen bisher mit dem Landeskrankenhausplan fest, welche stationären medizinischen Angebote an welchem Ort verfügbar sein sollen – beispielsweise eine Orthopädie in Sonneberg, nicht aber eine Kinderklinik – wird dieses System nun grundlegen revolutioniert. „Oder mit der Umstellung auf ‚Leistungsgruppen‘ zumindest tüchtig umgekrempelt“, ergänzt Klinger. Die Expertise und Lenkungswirkung des Landes wird von bundesweit einheitlichen Abfragen und festen Vorgaben etwa zur Verfügbarkeit von Fachärzten und Medizintechnik ergänzt. „Für jede Leistungsgruppe müssen wir sowohl die nötigen Ärztinnen und Ärzte als auch die nötigen Geräte kleinteilig nachweisen“, erklärt Klinger.

Die Selbstauskunft des Klinikums wird im nächsten Schritt durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft. Dieser gibt eine Empfehlung an das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium. „Allerdings nur, ob die Voraussetzungen vorliegen, eine Leistungsgruppe zuzuteilen“, so Klinger. Die Entscheidung, wo welche Leistung künftig angeboten werden darf, liegt letztlich also doch wieder beim Land.


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Um allerdings einzelne Leistungsgruppen überhaupt beantragen zu können, sind vielfältige Querverbindungen zu anderen Leistungsgruppen nötig oder von Vorteil. „Will ich beispielsweise die Allgemeine Frauenheilkunde – Leistungsgruppe 39 – künftig anbieten, macht es mir eine Kooperation für die Leistungsgruppe 38, die den Fachbereich Urologie umfasst, möglicherweise leichter, das auch in Zukunft zu dürfen“, so Klinger.

Eine große Zahl der gewünschten Kooperationsverträge vereinbarte das Sonneberger Klinikum mit dem SRH Zentralklinikum Suhl. „Für unsere Patientinnen und Patienten ist es gut und wichtig, dass wir Südthüringer Kliniken noch besser zusammenarbeiten“, erklärt PD Dr. med. Uwe Leder, Geschäftsführer des SRH Zentralklinikums in Suhl, dazu. „Unser gemeinsames Angebot für die Menschen in unserer Region ist herausragend. Die medizinische Breite und Verfügbarkeit direkt zuhause, das ist nicht selbstverständlich und ein großer Vorteil für alle Menschen hier bei uns“, ergänzt er. Nach einigen orientierenden Terminen mit der Sonneberger Geschäftsführung sei klar gewesen, dass die Chemie stimme – und das gemeinsame Angebot ebenfalls.

Vereinbart wurde etwa eine Zusammenarbeit bei Eingriffen an der Leber, Bauchspeicheldrüse oder Darmkrebs. Außerdem bei Kinder- und Jugendmedizin, in der Urologie, Neurologie, Neurochirurgie, in der Elektrophysiologie, Palliativmedizin und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

„Wir hoffen und gehen davon aus, dass der Freistaat Thüringen diese Zusammenarbeit über Trägergrenzen hinweg positiv aufnimmt – und am Ende mit der Zulassung der beantragten Leistungsgruppen in unserer Region würdigt“, sind sich beide Geschäftsführer einig.

Text: SRH Zentralklinikum Suhl GmbH