Ein großes Fest für die Waldzither

das 12. Cister-Symposium in Suhl – jetzt mit Kulturerbe-Zertifikat!

Vom 18. – 20. September 2026 dreht sich in Suhl wieder alles um die Waldzither. Der Verein der „Freunde und Förderer der Waldzither e.V.“ lädt zum inzwischen 12. Cister-Symposium ein. Erwartet werden wieder viele Teilnehmer und Gäste aus ganz Deutschland, Musiker, Instrumentenbauer und Instrumentenkundler, Sammler, Historiker und natürlich viele Musikfreunde, die Interesse an der Waldzither und ihrer Musik haben, vom Laien bis zum Profi. Die Szene trifft sich zum Austausch und zum gemeinsamen Musizieren. Und wer Interesse hat, kann ihnen über die Schulter schauen oder auch mitmachen – bei Konzerten und Workshops ebenso wie bei Vorträgen, Musikantenstammtisch und und Straßenmusik.


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Einer der Höhepunkte – neben dem traditionellen Teilnehmerkonzert am Samstagabend (19.09.2026, 19:00 Uhr/Tanzgalerie Suhl, Eintritt frei) – findet am Samstagvormittag 11:00 Uhr das Kulturerbe-Kolloquium statt. Dort wird referiert, diskutiert und musiziert mit der und über die Waldzither, jenes Instrument, welches im vergangenen Jahr von der Deutschen UNESCO-Kommission als Immaterielles Kulturerbe „geadelt“ wurde. („Bau und Spiel der Waldzither“ – Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe, 2025).

Besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Kolloquiums werden neue Forschungsergebnisse sein, die überraschende und spannende Verbindungen der Waldzither zu zwei weiteren bedeutenden Thüringer Kulturgütern herstellen. Neue Quellenbelege über die Wartburg (UNESCO-Welterbestätte) aus der Mitte des 19.Jh. weisen nach, dass das Spiel auf der „Thüringer Zither“ (heute: „Waldzither“ Anm.d.R.) dort von prominenter Stelle gepflegt wurde und fester Bestandteil der damaligen Wartburgromantik war. Darüberhinaus belegen neue Quellenfunde auch den Einsatz der Waldzither in den frühen Fröbelschen Kindergärten („Fröbelsche Kindergartenidee“ – Immaterieelles Kulturerbe, bundesweites Verzeichnis 2023)., zur musikalischen Früherziehung. Die neuen Befunde erweitern das Verständnis über die regionale Verbreitung und den praktischen Einsatz der Waldzither in der Thüringer Kultur- und Bildungsgeschichte.


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Das 12. Cister-Symposium lädt alle Waldzither-Freunde zu einem rundum interessanten und vielseitigen Programm ein. Interessierte können sich noch anmelden (Infos unter unter www.waldzither.org ). Und wer die Waldzither kennenlernen will, aber noch kein Instrument hat – kein Problem – es ist vorgesorgt! Es stehen mehr als 30 Leihinstrumente zur Verfügung. Und wer sich um Symposium anmeldet, bekommt, wenn gewünscht, für die gesamte Zeit des Symposiums ein Instrument kostenfrei gestellt.

Die Waldzither – immer noch der „Prophet im eigenen Land“?

Waldzither-Freunde werden nicht müde, ihr Instrument immer wieder zu erklären, denn die meisten Menschen denken bei der Bezeichnung „Zither“ immer noch zunächst an eine „alpenlädische Tischzither“, mit der die Waldzither aber kaum etwas gemein hat. Denn bei der Waldzither handelt es sich um eine sog. „Kastenhalslaute“ mit dem typischen tropfenförmigen Korpus und einem Hals mit Griffbrett und Stimmwirbeln. Diese Art von Instrumenten wurde in unserer Region bereits vor 400 Jahren gespielt und trug hierzulande schon immer den Namen „Zither“, lange bevor die spanische Gitarre oder eine Tischzither hier bekannt waren. Heute gehört die Waldzither – quasi als deutscher Vertreter – zur europäuschen Instrumentenfamilie der Cistern und steht damit ebenbürtig neben ihren europäischen „Schwestern“ wie der griechischen Bouzouki, der portugiesischen Fado-Gitarre, der Irish Bouzouki oder den Schweizer Halszithern. Alle diese Instrumente gelten in ihren Regionen als Nationalinstrumente. Dass die Waldzither vor diesem Hintergrund noch immer ein wenig als „Prophet im eigenen Land“ gilt, daran wollen die Waldzither-Freunde auch mit dem diesjährigen Symposium etwas ändern. Und es tut sich was.

„Wir können feststellen, dass insbesondere in der jungen Folk-Szene inzwischen immer mehr Waldzither gespielt wird und es gibt ein zunehmendes Interesse, dieses schöne und regional tief verwurzelte Instrument wieder zum Klingen zu bringen.“, ist das optimistische Credo zum Start des 12. Symposiums. Der neue Kuturerbe-Status hat die öffentliche Aufmerksamkeit und Wahrnehmung für die Waldzither enorm erhöht.

Ein wichtiges Vorhaben für die Zukunft ist die Kinder- und Jugendarbeit, um auch der nachfolgenden Generation das regionale Kulturgut „Waldzither“ nahezubringen. „Es wäre doch toll, wenn unsere Kinder schon im Kindergarten oder in der Schule mit der Waldzither musikalisch aufwachsen würden. Es gibt bereits konkrete Überlegungen zur Entwicklung einer ‚Kinder-Waldzither‘, mit der wir neue Kindergarten- und Schulprojekte konzipieren könnten.“, heißt es aus dem Vorstand des Waldzither-Vereins. „Zum Symposium Mitte September werden die neuen Ziele gesteckt!“

Text, Foto: Freunde und Förderer der Waldzither e.V.
www.waldzither.org
waldzitherverein@gmail.com