Wasserspeicher der Landschaft – Klima- und Artenschutz durch Renaturierung der Moore

Feuchtgebiete wie Moore wurden lange Zeit trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die Entwässerung aber hat Folgen für das Klima und die biologische Vielfalt. Warum die Renaturierung der Moore ein effektiver Beitrag gegen die Klimaerwärmung ist und welche Chancen sie bietet, erklärt Björn Goldhausen.


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Jahrhundertelang wurden Moore zum Zweck des Torfabbaus entwässert und trockengelegt. Für die Landwirtschaft entstanden zusätzliche Acker- und Weideflächen. Entwässerten Mooren entweichen jedoch sehr große Mengen an Treibhausgasen. Eine Wiederherstellung der Moore ist deshalb ein effektiver und wichtiger Schritt zur deutlichen Verringerung der Emission. Zudem können die Moore zum Beispiel durch den Anbau von Schilf oder Rohrkolben weiterhin wirtschaftlich genutzt werden.

Moore unheimlich wertvoll

Björn Goldhausen, Pressesprecher von WetterOnline: „Moore haben eine für das Klima wichtige Eigenschaft. Intakte Moore speichern Kohlenstoff, und zwar mehr Kohlendioxid als alle anderen Ökosysteme der Welt.“ Laut dem BUND bedecken Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Pro Hektar binden sie viermal mehr CO2 als die Tropenwälder. In Deutschland gelten nur noch 5 Prozent der ehemals 1,5 Millionen Hektar Moorfläche als naturnah. Allein aus entwässerten deutschen Mooren entweichen daher jährlich rund 50 Millionen Tonnen CO2.


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Wiedervernässung der Moore als Chance

Die Renaturierung der trockengelegten Moorflächen ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Forscherinnen und Forscher arbeiten zudem an einem Konzept zur nachhaltigen Bewirtschaftung nasser Flächen. Die sogenannte Paludikultur kann zum Beispiel den Anbau von Schilf für Dachreet oder Rohrkolben als Dämm- oder Verpackungsmaterial umfassen. Eine energetische Verwertung von Niedermoor-Biomasse ist ebenfalls möglich. Bis sich ein trockengelegtes Moor allerdings wieder komplett erholt, dauert es mehrere Jahre.

Gefahr Moorbrand

In immer häufiger auftretenden Heiß- und Trockenphasen verlieren die Feuchtgebiete Wasser. Das gesamte Ökosystem reagiert darauf empfindlich. Tiere und Pflanzen sind bedroht, aber auch die Brandgefahr steigt. Gerät die Torfschicht in Brand, können dabei große Mengen CO2 freigesetzt werden, denn eine nur 15 Zentimeter mächtige Torfschicht enthält in etwa gleich viel Kohlenstoff wie ein 100-jähriger Wald auf gleicher Fläche. Zudem sind Moorbrände nur schwer zu löschen, da sie unterirdisch weiter schwelen.

Intakte Feuchtgebiete hingegen spielen in Trockenzeiten eine wichtige Rolle, denn sie sind quasi der Wasserspeicher der Landschaft. Darüber hinaus fungieren sie als Feuerbarriere bei der Ausbreitung von Waldbränden und als Rückzugsort für viele Spezies.

Text; WetterOnline; Foto: Shutterstock