Nachweis kann schwere Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben
Einer Polizeimeldung zufolge hat ein Hund am Sonntag gegen 14:50 Uhr in Suhl ein Mädchen attackiert. Die 12-Jährige ging auf dem Gehweg in der Linsenhofer Straße in Richtung Lautenberg, als ihr ein Mann mit einem Hund entgegenkam. Während das Mädchen nah an dem Vierbeiner vorbeilief, biss dieser ihr in den Arm. Von dem Tierhalter gefragt, ob sie sich verletzt habe, verneinte das Mädchen und der Mann setzte seinen Spaziergang fort. Zu Hause angekommen stellten ihre Eltern allerdings doch eine Verletzung fest und das Mädchen musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Landespolizeiinspektion Suhl bittet den Hundehalter, sich zu melden, und sucht nach Zeugen des Vorfalls unter der Telefonnummer (03681) 369-0. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Landesregierung in Thüringen auf, den sogenannten Hundeführerschein einzuführen.
„Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“
Hintergrundinformationen:
Deutliche Mehrheit für Hundeführerschein
Nach einer von PETA in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von August 2023 sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus. Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter und Halterinnen bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.
Text: Pressestelle Peta Deutschland e.V.


