Mit Virtual-Reality-Brille spielend auf MRT-Untersuchungen vorbereitet

Kinderzentrum im SRH Zentralklinikum Suhl: Mit Virtual-Reality-Brille spielend auf MRT-Untersuchungen vorbereitet
Dass Kinder oft routinierter mit digitalen Endgeräten umgehen als ihre Eltern oder Großeltern, ist im Alltag längst Normalität. In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im SRH Zentralklinikum Suhl wird diese natürliche Neugier nun gezielt genutzt, um eine schwierige Hürde im Klinikalltag zu meistern: die Angst vor der MRT-Untersuchung. Mit einer Virtual-Reality-Brille und der App „Pingunauten“ werden die kleinen Patienten spielerisch und mit Freude auf den Termin in der sprichwörtlichen Röhre vorbereitet.

Genutzt wird die eigens von Experten am Universitätsklinikum Essen entwickelt App. Sie nutzt das spielerische Lernen („Gamification“), um die medizinischen Abläufe rund um eine MRT-Untersuchung verständlich zu machen. Begleitet von den Pinguinen Lars und Lotta tauchen die Kinder den virtuellen Untersuchungsraum ein und erkunden ihn. Kernstück des Trainings ist es, spielerisch Stillliegen zu üben: Wer sich so wenig wie möglich bewegt, kann in der Simulation Aufgaben lösen oder virtuelle Belohnungen sammeln.

„Das hilft uns später in der Untersuchung, präzisere weil wackelfreie Bilder zu bekommen“, erklärt Chefarzt Dr. Sebastian Horn. Auf diese Art könne je nach Patientenalter und -entwicklungsstand sogar auf Beruhigungs- oder Schlafmittel für die Untersuchung verzichtet werden: „Das ist für Kinder – und die Nerven besorgter Eltern – natürlich viel schonender. Und außerdem macht das Training mit den Pinguinen echt Spaß“, so der Chefarzt, der es natürlich auch selbst einmal ausprobiert hat. Nur mit ihren Blicken steuern die Kinder Interaktionen im virtuellen 360°-Raum.

Stationsleiterin Annette Richter sieht in der Technik eine wertvolle Ergänzung zur pflegerischen und pädagogischen Betreuung. „Erst einmal haben die Kinder einen riesigen Spaß, in die fremde Welt einzutauchen und mit den Pinguinen zu üben. Sie kommen deutlich informierter und mit einer positiven Stimmung zum Termin“, so die erfahrene Stationsleiterin. Dabei könne das MRT mit seinen lauten Geräuschen, dem Rumpeln und Klopfen schon einmal Ängste bereiten. „Kinder, die mit den Pingunauten trainiert haben, bringen weniger Sorgen mit zur Untersuchung“, weiß die Kinderkrankenschwester.

Laut Annette Richter ersetzt die Brille natürlich nicht das liebevolle Gespräch mit Kindern und Eltern, aber sie bietet eine gemeinsame Sprache, um Ängste abzubauen. Die Vorbereitung erfolgt unter Anleitung des Fachpersonals, wobei streng auf die hygienische Aufbereitung der Geräte nach jedem Einsatz geachtet wird.

Das Angebot ist für alle geeigneten Patientinnen und Patienten im Kinderzentrum kostenfrei zugänglich. Das Zentralklinikum Suhl investiert damit in eine kindgerechte Medizin, die moderne Technik nutzt, um den Aufenthalt für die jüngsten Patienten so sicher und effektiv wie möglich zu gestalten.

Text, Foto: srh