Laubwälder sind die bessere Klimaanlage

Der Waldumbau hin zu klimastabilen und laubholzreichen Mischwäldern sichert nicht nur das „Grüne Herz Deutschlands“, sondern hilft auch Waldbesuchenden dem Hitzestress besser standzuhalten. Und nicht nur das…

Nicht nur Erholungssuchende, auch Sporttreibende genießen an den derzeitig heißen Frühsommertagen die kühlende Wirkung schattenspendender Wälder. So kann der Lufttemperaturunterschied zwischen Wald und Freifläche schnell 4° C und mehr betragen. Mittels Satellitentechnik wurde nun herausgefunden, dass Laubwälder die Temperaturen an der Erdoberfläche in Hitzeperioden deutlich intensiver senken können als Nadelwälder. Die Erhöhung des Laubbaumanteils in Wäldern, aber auch in Städten, kann folglich dazu beitragen, die Auswirkungen klimawandelbedingter Hitzetage besser zu mildern. „Laubwälder mindern aber nicht nur deutlich die Temperatur an der Erdoberfläche, sie bieten auch einen höheren Waldbrandschutz. Die einzelnen Bäume sind außerdem durch ihr tiefes Wurzelwerk besser gegen Stürme gerüstet und zeigen keine so große Anfälligkeit gegen Borkenkäferfraß im Vergleich zu ihren nadeligen Kollegen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.


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Auch deshalb strebt die Landesforstanstalt in seinen Nadelwäldern einen Laubbaumanteil von mindestens 20 % an. „Dort, wo seit Jahrhunderten Laubwälder zu finden sind, etwa im Erfurter Steiger oder im Weimarer Webicht, kann man den im Vergleich zu Nadelwäldern stärkeren Kühleffekt jetzt schon genießen“, so Gebhardt weiter. Ursächlich ist, dass Laubbäume, besser als Nadelbäume, das Sonnenlicht ins All zurückreflektieren können. Somit kommt weniger Energie und damit Wärme am Boden an. Außerdem verdunsten Laubbäume in der Vegetationszeit durch ihre größere Blattfläche mehr Wasser als etwa Nadelbäume. Dadurch entsteht zusätzlich ein Kühleffekt.

Text: Horst Sproßmann; Foto: ThüringenForst


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