Knisterwetter: Kleiner Schock bei tiefen Temperaturen

Deshalb bekommt man im Winter öfter „einen gewischt“

Wenn’s plötzlich funkt oder einem die Haare zu Berge stehen, dann muss das nicht immer an starken Gefühlen liegen: Jeder kennt den kribbelnden Stromschlag, der meist im Winter entsteht, wenn wir metallische Gegenstände oder andere Personen berühren. Doch wie kommt es eigentlich dazu?


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Die winterliche Kälte wird aktuell von sehr trockener Luft begleitet und das bedeutet knisterndes Stromschlagwetter. Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf, die sich zwischen unserem Körper und einem Objekt blitzartig entlädt – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar.

Ursache für die kleinen Elektroschocks ist elektrostatische Entladung. Denn normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über die Luftfeuchtigkeit und die feuchte Haut aus. Bei Hochdrucklagen im Winter herrscht häufig eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit und auch die Haut ist durch die Heizungsluft trocken, sodass kein Ladungsaustausch stattfinden kann: Der Körper lädt sich auf, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Berühren der Türklinke der Fall sein oder auch bei einem Kuss.


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Grund zur Sorge besteht aber nicht: Die Stromschläge sind zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, aber sie sind nicht gefährlich.

Je später der Tag, desto mehr knistert das Wetter

Das Risiko, „einen gewischt“ zu bekommen, steigt und fällt übrigens auch mit der Tageszeit: An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt die relative Luftfeuchtigkeit im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.

Schutz vor dem Schock

Um sich vor den unangenehmen Mini-Schocks zu schützen, hilft es, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Doch Vorsicht, lüften hilft nicht, da so noch trockenere Luft in den Raum gelangen würde.

Ein anderer wirkungsvoller Trick: Wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte mit einer Hand die Karosserie oder den metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.

Text: WetterOnline;
Foto: Im Winter haben wir öfter die Haare zu Berge stehen. Trockene Kälte begünstigt statische Aufladung und die als Ministromschlag spürbare Entladung. Quelle: Shutterstock (bei Verwendung bitte angeben)