Premiere für Heft 79 der Kleinen Suhler Reihe
Suhl. Im Heft 79 der „Kleinen Suhler Reihe“ steht ein weniger bekanntes Kapitel der Stadtgeschichte im Mittelpunkt. Nach dem Tod von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen 1656 wurde dessen weit verzweigtes Territorium unter seine vier Söhne aufgeteilt. Nach der Testamentseröffnung und dem offiziellen Start der neuen Administrationen 1657 kam es auch zur Entstehung des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Zu ihm gehörte mit einem Teil der einstigen Grafschaft Henneberg auch die Stadt Suhl. 61 Jahre lang stand Suhl unter der Herrschaft der Herzöge von Sachsen-Zeitz. Dies waren Herzog Moritz (1619-1681) und Herzog Moritz Wilhelm (1664-1718). Nach dem Tode des letzteren ohne männliche Nachkommen fiel Suhl wieder wie der gesamte albertinische Teil Hennebergs an Kursachsen zurück. Wie sich die Herrschaft der Herzöge von Sachsen-Zeitz auf Suhl und die Region auswirkte und wie das Leben in Suhl damals vonstatten ging – wenige Jahre nach dem Ende des verheerenden 30-jährigen Krieges – das beschreibt der Autor anschaulich in der neuen Publikation der Stadt.
Die Premiere dazu findet am Donnerstag, dem 10. September 2026, ab 16 Uhr im „Haus der Geschichte“, Platz der deutschen Einheit 3, statt.
Autor Klaus Schneider legt damit sein zweites Heft in der „Kleinen Suhler Reihe“ vor. Mit ihm stellt er erneut sein umfangreiches Wissen zur älteren Geschichte der Stadt unter Beweis. 2008 erschien aus seiner Feder bereits im Heft 22 der Band „Suhls Entwicklung unter den Hennebergern“.

An dem neuen Heft arbeitete er mit Unterbrechungen mehrere Jahre. Dabei bringt er das Wirken der beiden Herzöge von Sachsen-Zeitz für die Stadt gut zur Geltung. Bemerkenswert sind beispielsweise die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, aber auch das kulturelle und kirchliche Leben von damals. Einer der bekanntesten bildlichen Zeugnisse vom Bergbau in Suhl ist die Darstellung der Zeche Moritz Wilhelm in Suhl, benannt nach dem zweiten Herrscher von Sachsen-Zeitz über Suhl, der sich zur Erhöhung der Einnahmen seines kleinen Landes auch um die Belebung des Bergbaus kümmerte. Interessant dürfte auch sein, dass etliche Verwaltungsfunktionen für Suhl damals von Schleusingen aus wahrgenommen wurden, diente die dortige Bertholdsburg doch als Nebenresidenz der Herzöge – und später als Witwensitz der Herzoginnen. Auch das Kühndorfer Schloss fiel unter den Herrschaftsbereich Sachsen-Zeitz – sehr zur Freude der Herzöge, die in den dortigen Wäldern gern auf Jagd gingen. Das alles ist in der neuen Publikation nachzulesen.
Für Autor, Herausgeber und Gestalterin Manuela Hahnebach war es ein Problem, angemessene bildliche Darstellungen aus jener Zeit zu finden. So unternahmen Herausgeber und Gestalterin einen Ausflug nach Zeitz, um sich vor Ort ein Bild von der einstigen Suhler Residenzstadt zu machen. Schloss Moritzburg in Zeitz ist bis heute ein bedeutsames Zeugnis barocker Baukunst. Das dortige Museum wie auch das Stadtarchiv Zeitz und das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen gaben wertvolle Unterstützung bei der Erstellung dieser Broschüre und stellten insbesondere historisches Bildmaterial zur Verfügung.
Am 10. September wird nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Jan Turczynski Autor Klaus Schneider Auszüge aus dem Heft in Wort und Bild vorstellen. Die 56-seitige Publikation ist an diesem Nachmittag erstmals und im Anschluss in der Galerie im CCS und im Suhler Stadtarchiv zum Preis von 7,50 € (Abonnenten 6,50 €) erhältlich.
Interessenten an der Suhler Stadtgeschichte sind zu dieser zweiten Premiere eines neuen Heftes der „Kleinen Suhler Reihe“ in diesem Jahr für Donnerstag, den 10. September 2026, 16:00 Uhr, herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Text: Holger Usker


