Buchdrucker erneut im Rückwärtsgang

Der seit 2025 kraftvoll einsetzende Rückgang des gefürchteten Fichtenborkenkäfers setzt sich auch dieses Jahr fort

Erfurt (hs): Bis Ende Mai dieses Jahres fielen in Thüringens Wäldern rund 21.000 Festmeter vom Fichtenborkenkäfer verursachtes Schadholz an. Im Vergleichszeitraum 2025 war es mit knapp 271.000 Festmetern mehr als die zehnfache Menge. Damit setzt sich der kraftvolle Rückgang des gefürchteten Fichtenschädlings erfreulich fort. Das berichtet die Hauptstelle für Waldschutz der ThüringenForst-AöR. In den Jahren 2018 bis 2023 hatte die zur extremen Übervermehrung neigende Borkenkäferart zusammen fast 20 Millionen Festmeter Fichtenschadholz in Thüringen verursacht. Ähnlich haben die Wälder in Sachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen gelitten. Ursächlich ist der fortschreitende Klimawandel, der insbesondere durch anhaltende Trockenheit die Baumart Fichte schwächt und deren natürliche Widerstandskraft stark vermindert.

Die wenigen Befallsschwerpunkte bleiben die fichtenreichen Lagen in Ostthüringen und die Kammlagen des Thüringer Waldes. So fielen mehr als die Hälfte des diesjährigen Schadholzes in den Forstämtern Saalfeld-Rudolstadt und Finsterbergen an. Die Forstexperten empfehlen den betroffenen Waldbesitzenden, ihre Fichtenbestände regelmäßig auf Frischbefall zu kontrollieren – insbesondere dort, wo letztjährig der Buchdrucker aktiv war. Die bislang geringen Käferholzmengen bieten die Chance für eine rechtzeitige und effektive Befallssanierung. Schadholz durch Sommerstürme sollte umgehend beseitigt werden, um dem Schädling bruttaugliches Holz zu entziehen.

Text, Foto: ThüringenForst